Berufsunfähigkeits-Versicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine der Versicherungssparten, bei denen am meisten gestritten wird.

Probleme gibt es typischerweise in zwei Bereichen:

Oftmals behauptet der Versicherer, dass der Versicherungsnehmer bei Antragsstellung Gesundheitsfragen grob fahrlässig, vorsätzlich oder gar arglistig falsch beantwortet hätte. Folge ist ein Rücktritt vom Vertrag oder eine Anfechtung des Vertrages wegen arglistiger Täuschung durch den Versicherer. In beiden Fällen wäre die Rente verloren (beim Rücktritt nicht immer). Allerdings kann man vielfach darüber streiten, ob die Antwort tatsächlich falsch war. Gerade bei leichteren Beschwerden ist oft unklar, ab welcher Schwere überhaupt eine Anzeigepflicht besteht (z.B. bei leichteren Rückenbeschwerden oder bei Stresssymptomen). Es gibt auch Fälle, in denen die behandelnden Ärzte (Verdachts-) Diagnosen zwar in ihren Behandlungsunterlagen dokumentieren, sie aber dem Patienten nicht oder nicht in der gebotenen Deutlichkeit mitteilen. Darüber hinaus ist auch nicht jeder Fehler auf grobe Fahrlässigkeit, Vorsatz oder Arglist zurückzuführen (die Beweislast dafür trägt der Versicherer). Schließlich sind Fehler beim Beantworten der Gesundheitsfragen manchmal auch auf falsche Beratungen durch den Versicherungsvermittler zurückzuführen, der in seinem Provisionsinteresse deren Bedeutung herunterspielt. Die Konstellationen sind vielfältig.

Häufig gibt es gute Möglichkeiten, den Vertrag zu retten und die vereinbarten Leistungen durchzusetzen.

Üblicherweise (es gibt aber auch andere Tarife) kann der Versicherungsnehmer Leistungen aus seiner Berufsunfähigkeitsversicherung verlangen, wenn er seine berufliche Tätigkeit, wie er sie in gesunden Tagen ausgeübt hat (z.B. acht Stunden täglich als Krankenschwester) voraussichtlich auf Dauer (Prognose) nicht mehr zur Hälfte (vier Stunden täglich als Krankenschwester) ausüben kann. Ein Versicherungsfall liegt nach den gängigen Versicherungsbedingungen aber auch vor, wenn ein Versicherungsnehmer seine zuletzt ausgeübte berufliche Tätigkeit in der Vergangenheit (rückblickend) sechs Monate am Stück nicht mehr zur Hälfte ausüben konnte (sog. fiktive Berufsunfähigkeit). Die Frage, ob ein Versicherungsnehmer seine zuletzt ausgeübte Tätigkeit noch zur Hälfte ausüben kann, ist eine nicht immer einfach zu beantwortende (arbeits-) medizinische Frage, für deren Beantwortung oft medizinische Gutachter hinzugezogen werden müssen.

Besonderheiten gelten bei Selbständigen. Von ihnen kann z.B. in den Grenzen der Zumutbarkeit verlangt werden, dass eine Umorganisation, die es ihnen erlaubt, ihren Betrieb trotz Krankheit oder Unfall weiterzuführen, vorgenommen wird.

Unsere Angebote:

Wir bieten unseren Mandanten eine Vorprüfung an, ob es in der jeweiligen Konstellation Aussicht auf Erfolg hat, eine Rente aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung geltend zu machen. Für eine solche Vorprüfung berechnen wir pauschal 250,00 Euro inclusive der gesetzlichen Mehrwertsteuer.

Bei dem Beantragen von Leistungen aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung sollten in jedem Fall unrichtige oder missverständliche Angaben vermieden werden. Oft erschließt sich dem Laien der Hintergrund einzelner Fragen in den Antragsformularen der Versicherer nicht.

Wir bieten Ihnen deshalb zusätzlich zu der Vorprüfung eine Ausfüllhilfe an. Für 250,00 Euro inclusive der gesetzlichen Mehrwertsteuer beraten wir Sie beim Ausfüllen aller Antragsformulare, bis der gesamte Antrag fertiggestellt und abgeschickt worden ist. Des Weiteren beraten wir Sie bei der Beantwortung etwaiger Rückfragen durch den Versicherer. Das diesbezügliche Mandat endet mit der Entscheidung des Versicherers über Ihren Leistungsantrag.

Werden Vorprüfung und Ausfüllhilfe gewünscht, fallen somit Gebühren in der Höhe von insgesamt 500,00 Euro inclusive der gesetzlichen Mehrwertsteuer an. Die Vorprüfung kann auch ohne Ausfüllhilfe in Anspruch genommen werden.

Diese Gebühren können nicht über Ihren Rechtsschutzversicherer abgerechnet werden.

Allerdings werden die Gebühren für Vorprüfung und Ausfüllhilfe, für den Fall, dass der Versicherer Ihren Leistungsantrag ablehnt und über die Leistungen gestritten werden muss, auf die dann anfallenden Gebühren angerechnet.